Seit über 50 Jahren steht der japanische Fotograf Eikoh Hosoe für außergewöhnliche Arbeiten.
Schon in der frühen Phase seines Schaffens verbannte Eikoh Hosoe den Dokumentarstil der Nachkriegsjahre aus seiner Arbeit und brachte eine experimentelle, freiheitliche Note in die Fotografie. Er bediente sich der Mythologie, Metaphorik und Symbolik und brach damit die Grenzen der traditionellen Fotografie. Hosoe entwickelte seine einzigartige Handschrift, indem er seine Fotografie mit Elementen von Theater, Tanz, Film und traditioneller japanischer Kunst verband und somit bereicherte. So stellt Hosoe bis heute die Grenzen der fotografischen Ausdrucksmittel immer wieder in Frage. In den späten 50er Jahren wurde man zum ersten Mal auf Hosoe aufmerksam, durch seine Serie „Man and Woman“ (1959). 
Der Schriftsteller Yukio Mishima machte Hosoe mit einem der Erfinder des Butoh-Tanzes, Tatsumi Hijikata, bekannt. Diese revolutionäre Form des Tanzes  – ersonnen in den Nachkriegsjahren, angeregt etwa durch den deutschen Expressionismus und japanische Tanzformen, zum Zwecke der Erschaffung einer neuen sozialen Identität im Kontext eines antizipierten Niedergangs - wurde für Hosoe zu einer wichtigen Inspirationsquelle. Nachdem Hosoe in einem kleinen Tokioter Theater der Performance von Hijikata in einer Auführung von Kinjiki (Forbidden Colours) in einer Version von Yukio Mishima beiwohnte, begann der Fotograf damit, den Butoh-Tänzer abzulichten. Dies mündete in eine jahrelange Zusammenarbeit zwischen den beiden.

Biografie (kurz)
1933 geboren in Yonezawa, Yamagata.
1954 Abschluss am Tokyo College of Photography.
1956 Seine erste Soloausstellung, American Girl in Tokyo, bekommt großen Beifall.
1957-59 Einladung zur Teilnahme an Junin-no-me (Eyes of Ten), eine Ausstellung, die von von Tatsuo Fukushima in Tokyo veranstaltet wird, mit dem Ziel, neue Ansätze in der Fotografie zu zeigen.
1960 Gründet zusammen mit Kawada Kikuji, Sato Akira, Tanno Akira, Narahara Ikko und Tomatsu Shomei die Gruppe VIVO. Die Verbindung existierte zwar nur kurze Zeit, hatte aber entscheidenden Einfluss auf die japanische Fotografie der 1960er Jahre.
1961-63 Hosoe fotografiert den Schriftsteller Mishima Yukio. Daraus entsteht die Serie Barakei (Killed by Roses), welche erstmals 1963 publiziert wurde.
1965-68 Hosoe produziert seine Kamaitachi Serie mit dem Gründer des Butoh Tanzes, Hijikata Tatsumi. 
1975 Erhält eine Professur am  Tokyo College of Photography und hilft dort beim Aufbau einer Fine Art Photography Sammlung.
1976-84 arbeitet Hosoe an einer Serie über die Architektur von Antoni Gaudi, aus der die Publikation The Cosmos of Gaudi entsteht. Darin enthalten sind u.a. Zeichnungen und Gedichte von Joan Miró.
2003 fotografiert Hosoe die Serie Ukiyo-e Projections in den Asbestos Tanz Studios bevor diese schliessen.
2009 Aperture Foundation legt Kamaitachi neu auf.

Einzelausstellungen (Auswahl)
1956 An American Girl in Tokyo, Konishiroku Photo Gallery, Tokyo.
1968 Kamaitachi: An Extravagantly Tragic Comedy, Nikon Salon, Tokyo and Osaka.
1969 Man and Woman, Smithsonian Institution, Washington D.C.
1973 Eikoh Hosoe, Light Gallery, New York.
1982 Eikoh Hosoe Retrospective 1960-1980, Museum of Modern Art, Paris.
1990 Eikoh Hosoe: Meta, Houston Foto Fest.
2000 Eikoh Hosoe: Photographs 1950-2000, Yamagata Museum of Art, Yamagata.
2004 Eikoh Hosoe: Ukiyo-E Projections, Howard Greenberg Gallery, New York.
2006 Spherical Dualism of Photography: The World of Eikoh Hosoe, Tokyo Metropolitan Museum of Photography, Tokyo.
2008 Hosoe Eikoh and Butoh: Photographing Strange Notions, LACMA, Los Angeles.
2010 Eikoh Hosoe: Theatre of Memory, Japanisches Kulturinstitut, Cologne.
2011 Eikoh Hosoe – Fotografien, °Clair, Munich

Sammlungen (Auswahl)
• National Museum of Art, Kyoto
• Museum of Modern Art, New York
• International Museum of Photography, George Eastman House, Rochester, New York
• Smithsonian Institution, Washington D.C.
• National Gallery of Canada, Ottawa
• Victoria & Albert Museum, London
• Bibliotheque Nationale, Paris
• Museum of Modern Art, Paris
• Centre George Pompidou, Paris
• National Gallery of Australia, Canberra
• Art Institute of Chicago
• Hamburg Museum of Art
• Tokyo Metropolitan Museum of Photography